Es betrifft uns alle  

Unsere Welt ist nicht still, überall um uns herum sind Geräusche. Während die Laute der Natur selten unangenehm empfunden werden, erzeugt der Mensch eine Kulisse von Lärm. Insbesondere in Stetten belasten die außergewöhnlichen Veranstaltungen in der Glockenkelter, starker Verkehr, Traktorlärm oder Baustellenarbeiten unser Gehör. Dies soll kein Vorwurf sein, sondern vielmehr ein Hilferuf. Wir wissen auch das vieles an Lärm nicht vermeidbar ist, aber vieles ist reduzierbar, wenn man die Regeln einhält.

Tagtäglich sind wir ihm ausgeliefert: dem Lärm. Im dicht besiedelten und verkehrsreichen Deutschland können wir ihm kaum mehr entfliehen. Lärm stellt inzwischen die bedeutendste Umweltbeeinträchtigung im Wohnumfeld dar.

Durch die Baustelle in der Steigstrasse wird der ganze Verkehr über die Hindenburgstrasse , verkehrsberuhigte Zone und Tempo 30 Zone, umgeleitet. Das bedeutet bis zu 1000 Fahrzeuge vom LKW, Bagger, Radlader, Traktor, PKW und Motorrad am Tag. Besonders an einem schönen Tag, wenn man im Garten sitzt, ist das sehr unangenehm wahrnehmbar. Klar, ist nicht vermeidbar, aber wenn sich jeder an die Regeln, sprich Schrittgeschwindigkeit in der verkehrsberuhigten Zone und Tempo 30 halten würde, wäre das ein erfreulicher Aspekt für die Reduzierung des Lärms.

Angesprochen wurde auch der Freizeitverkehr an den Wochenenden durch Motoradverkehr entlang der Esslinger Str. zum Jägerhaus hinauf. Ein Tempolimit würde hier auch was an Lärmreduzierung bringen. Aber was nützt es, wenn keiner kontrolliert.

Der Segelflugverkehr ist am Wochenende gut hörbar besonders wenn der Schleppverkehr stattfindet.

Natürlich auch Notwendig, wenn man seine Weinberge pflegt und bewirtschaftet, aber welchen Grund gibt es, dass einer um 22 Uhr noch mit seiner Turbo Spritze seinen Weinberg bespritzt?

All dies sind laute Eindrücke, die jeder von uns wahrnimmt, aber nicht verurteilt. Aber alle sind nun mal da. Unterbinden oder verbieten will sie keiner. Aber wenn jeder ein ein „Reduzierstückchen“ einbaut, wäre uns allen geholfen.  

 

 Die vom Rathaus geplanten zehn „seltenen Ereignisse“ pro Jahr, sprich außergewöhnliche Veranstaltungen, zu denen auch fünf im Außenbereich gehören, sind nicht statthaft. Die Anwohner können wegen des dominierenden Wohnanteils in der Umgebung der Glockenkelter allerdings das „Schutzniveau der LAI-Freizeitlärm-Richtlinie“ für sich in Anspruch nehmen. Dies bedeutet einen Richtwert für Immissionsorte außerhalb von Gebäuden tags an Werktagen außerhalb der Ruhezeit von 55 dB(A), tags an Werktagen innerhalb der Ruhezeit und an Sonn- und Feiertagen von 50 dB(A) sowie nachts von 40 dB(A). Genau diese Zahlen hatte das Landratsamt im Februar 2011 für den Betrieb der Glockenkelter dem Bauherrn auferlegt.

Juristisch nicht haltbar seien indes die in der Nutzungsordnung für den Veranstaltungsort festgeschriebenen zehn sogenannten „seltenen Ereignisse“. Diese Musikveranstaltungen bzw. „Veranstaltungen mit Musik“ sprengen den Rahmen. Und zwar insofern, als oben zitierte Vorgaben, was Lärmrichtwerte und Personenzahl betrifft, hier nicht gelten. Das Nutzungsreglement der Gemeinde sieht vor, dass fünf dieser zehn „seltenen Ereignisse“ im Außenbereich der Glockenkelter mit bis zu 200 Gästen möglich sind. Hier wurden vom Rathaus eigene Immissionswerte definiert: werktags außerhalb der Ruhezeiten 70 dB(A), werktags innerhalb der Ruhezeiten und an Sonn- und Feiertagen 65 dB(A) sowie nachts 55 dB(A). Mit anderen Worten: Musik und Festgäste dürfen lauter sein. Aber die fünf seltenen Musikveranstaltungen sollen im Außenbereich ebenfalls nicht länger als bis 22 Uhr dauern.

Denn „seltene Ereignisse“ müssten von einer gewissen Dauer und vorhersehbar sein. Ob die definierten Voraussetzungen vorliegen und die jeweilige Veranstaltung aus diesem Grund auf das Kontingent der „seltenen Ereignisse“ anzurechnen sei, lasse sich erst mit einer Messung während der Veranstaltung, also nicht im Voraus feststellen. Ein gravierendes Manko, so Richter Sachsenmaier, denn nicht nur sei im Vorhinein für die Verwaltung unklar, ob ein „seltenes Ereignis“ anstehe.Bei den Anwohnern bewirke dies eine nicht hinnehmbare Unsicherheit. Sie seien auf Vermutungen angewiesen.

 

 

 

     Veranstaltungen Glockenkelter 

 

 

 

 

 

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